Die meisten von uns sind bereits mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln in Kontakt gekommen und wissen deshalb, welche Auswirkungen Suchtmittel haben können. Bei konkreten Fragen zum Thema Missbrauch und Sucht stellt sich dieses Wissen jedoch oft als unzureichend heraus.
Ein Stoff ist dann ein Suchtmittel, "wenn er nach einer angenehmen Hauptwirkung eine unangenehme Nebenwirkung erzeugt, die durch erneute Einnahme der Substanz gestoppt werden kann" (Lindenmeyer 1998). In Österreich ist Alkohol das meist konsumierte Suchtmittel (etwa 2/3), gefolgt von Medikamenten (etwa 1/4). Auf Drogenmissbrauch und Spielsucht entfallen fünf bzw. zwei Prozent der Personen, die Suchtmittel missbrauchen oder davon abhängig sind.
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Sucht "ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch vier Kriterien:
Alkoholabhängigkeit kann nicht durch die Menge oder die Trinkhäufigkeit definiert werden. Entscheidend ist, ob trotz negativer Folgen für die Gesundheit, die Familie oder den Beruf weiter am Trinkmuster festgehalten wird.
Der Übergang vom normalen Konsum über den Missbrauch bis zur Abhängigkeit verläuft schleichend. Zur groben Einschätzung des Konsumverhaltens finden Sie hier drei Tests. Um eine Alkoholerkrankung festzustellen bzw. auszuschließen bedarf es einer professionellen ärztlichen Diagnose.
In der Regel dauert es fünf bis zehn Jahre, bis der Missbrauch zur Abhängigkeit wird. Während dieser Zeit ist es noch vergleichsweise einfach, Konsumgewohnheiten zu ändern. Ist Missbrauch zur Abhängigkeit geworden, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Behandlungsmöglichkeiten für Abhängigkeitserkrankungen sind vielfältig. Grundsätzlich kann festgestellt werden: Je früher im Krankheitsverlauf Hilfe in Anspruch genommen wird, umso weniger aufwändig und desto erfolgsversprechender sind die therapeutischen Maßnahmen: